April 2022 – When The Ship Comes In

In keinem Monat vorher habe ich mich so geplagt einen passenden Liedtitel als Headline zu finden wie diesmal – für den April 2022!

Geschafft hat es diesmal Bob Dylan´s „When The Ship Comes In“ – zum Einen natürlich, das wisst Ihr, weil NESSAJA im April zu Wasser gehen würde – eine sehr spannende Phase für uns – hier passt die Titelzeile im Wortsinn…

Zum Anderen, weil Bob Dylan mit dieser Zeile, mit der er die Rückkehr des Schiffes in den (sicheren) Hafen beschreibt, eine Metapher verwendet für eine Zeit des sozialen Wandels auf der Welt – gerade in diesen Krisenzeiten vielleicht aktueller denn je. Darüber hinaus gibt es weitere Mythen die um die Entstehungsgeschichte des Songs kursieren, auch das nicht weniger wertvoll zu wissen, denn angeblich kam Bob Dylan die Idee zum Song als er wegen seines schlampigen Aussehens an einem Hotel abgewiesen wurde, als er zusammen mit Folk-Legende Joan Baez einchecken wollte. Auch dies lässt sich auf die Fahrtenseglerszene übertragen – der Mensch zählt, nicht die Verpackung…

Wen das interessiert – bemüht Google, es sind sehr interessante Geschichten die sich um diese Songs ranken. Tatsächlich mache ich das auch immer, weniger um den richtigen Songtitel zu finden, da hab´ ich meist etwas im Sinn, mehr um keine inhaltlichen Fehltritte zu machen – manche Lieder klingen sehr harmlos, sind dann aber zweideutig oder gar Negativstatements – das möchte ich bewusst vermeiden.

Jetzt aber – der für uns wichtige Monat April liegt im Kielwasser! Wie dieser für uns verlaufen ist, ob alles geklappt hat oder ob es Ärgernisse gab – das könnt Ihr im Folgenden nachlesen. Viel Spaß…

When The Ships Come In – NESSAJA in ihrem Element

Ich nehme es vorweg, NESSAJA schwimmt wieder! Und sie tut es noch – die Ausführung der Arbeiten darf als erfolgreich bezeichnet werden, ich bin stolz und zufrieden. Doch bis hierhin war es ein langer Weg!

Wir schreiben also den ersten April, ich war im Begriff einen bunten Anker in den Bugkorb zu ziehen – bunt bzw. zweifarbig deshalb, damit man ihn am Meeresgrund besser sehen kann! April, April??? Weit gefehlt…

„Anchor Art by Sibylle“

Damit sind wir auch schon beim ersten noch nachzureichenden Thema, welches vom Monat März übrig geblieben ist – der Anker wurde während unserer Eignerphase das erste Mal gestrichen – es war auch einmal Zeit. Sibylle hatte dies übernommen und das Grundeisen durfte am ersten Tag des neuen Monats seinen angestammten Platz beziehen.

Bei dieser Gelegenheit haben wir, auch das erste Mal nach sechs Jahren, unsere 100m Ankerkette „umgedreht“ um dem bisher mehr gebrauchten Teil eine Pause zu gönnen und den bisher ungebrauchten Teil nun vermehrt in Betrieb zu haben.

Es hat sich, wie Ihr Euch sicher erinnert, ein Überraschungsprojekt aufgetan, das zweite offene Projekt zum Monatswechsel März – April, die Überarbeitung der außenliegenden Teile des Bugstrahlruders.

Es waren die Propeller abzuschleifen und neu zu streichen. Im Tunnel des Seitenstrahlers war ebenfalls etwas Bewuchs abzuschleifen und eine neue Opferanode für das kleine Getriebe zu basteln – die original Befestigungsschraube war abgerissen. Das ist eine Arbeit die auf die Liste kommt – und beim nächsten Landaufenthalt erledigt wird.

Dreiblattpropeller versetzt anbringen – so schreibt es Max-Power vor…

Nachdem dies erledigt war, konnten wir den Tunnel innen schon streichen und die neuen Schutzgitter anbringen. So war sicher gestellt, dass die Antifouling- Facharbeiter der Marina nur noch den Rumpf anzupinseln hatten. Das wird doch sicher gelingen??? Nun, dazu später ein paar überraschende Zeilen…

Wir hatten zu dieser Zeit, Anfang April, häufig Südwind der mit Saharasand gesättigte Luft mit sich brachte. Das war wohl überall in Europa so, auch hier war die gelbliche, diesige Luft deutlich zu sehen. Diese Wetterlage ist oft lästig, schafft jedoch schöne Stimmungen.

Wir haben fleißig gearbeitet in diesen Tagen und es ist landläufig bekannt – wer schafft muss auch essen! Diesem Grundsatz treu zu folgen war ein Leichtes und wenn Sibylle keine Lust zum Kochen hatte, dann war Giros angesagt – ich liebe diese kleinen Grillhäuser hier!

Die Tage vergingen wie im Flug, das lag daran, dass der erste „echte Termin“ seit längerer Zeit immer näher kam – unser Krantermin am 14.04.2022.

Ringring, mein Telefon läutet, das Marinaoffice fragt, ob ich nicht etwas früher gekrant werden möchte. Ähhh nein, mein Schiff ist doch noch gar nicht fertig und außerdem müsst auch ihr, also die Werkstatt der Marina, noch Eure ToDo´s abarbeiten. Bitte lasst es beim 14.04. und schaut, dass Eure Monteure kommen. Gesagt, getan – zunächst…

Kranwagen – 100.-€ die Stunde, plus MwSt.

Tags darauf rückt frühmorgens der Kranwagen an und der Elektriker, ein Meister seines Faches, erklimmt damit unseren Mast in zwei Etagen.

Im ersten Stock demontiert er den alten Raymarine Radar um ihn gegen ein hochmodernes Gerät aus dem Hause Garmin zu ersetzen. Die Demontage und die Neuverlegung der Kabel waren rasch erledigt.

Beim ersten Besuch war der Kran vier Stunden da…

Im Obergeschoss, unserem Masttop in rund 23m Höhe (an Land), waren ein paar Kleinarbeiten auszuführen. Es wurden zwei Antennenkabel neu verbunden, ein neues LED Ankerlicht verbaut und eine Antenne abmontiert. Zu guter Letzt wurde noch der neue Windmesser angebaut und verkabelt – dafür wurde das 25m Garmin Kabel von mir verlangt…

…das Kabel, äh, ja Moment – das habe ich gleich! Da sicher, nein, dann da, auch nicht – verdammt wo ist das Kabel???

Was soll ich sagen, ich hatte dieses Kabel nicht dabei – ein anderes doppelt, dieses nicht! Plopp, alle Hoffnungen auf eine Fertigstellung heute platzten – muss der Kran eben nochmal kommen!

Ich greife 5 Tage vor…

Mein Schatz…

Eine Empfehlung für die Firma „On Yacht“ nahe Augsburg. Herr Enßlin junior hat sich meiner Problematik angenommen und sofort kundenorientiert gehandelt. Von der Bestellung bis zum Erhalt vergingen, UPS sei Dank, nur 5 Tage – ok, 90.-€ Versand für 69.-€ Warenwert – muss man eben dann zahlen 😦

Der Händler dem ich vor unserer Anreise für 2.500.-€ Ware abgenommen hatte, hat mich hängen lassen – vermerkt im Kopf – ich war enttäuscht und erst der Empfang des Päckchens aus anderer Hand machte mich glücklich.

Zwischenzeitlich ist viel passiert – der Schreiner hat seine Arbeit vollendet und ich habe sein Werk wohlwollend abgenommen. Mehr als verdient.

Umbau der Sitzgruppe einschließlich Tisch – Polster folgen
Neue Klappen für die Naviecke – der Einbau der Geräte muss noch warten

Zur Naviecke werde ich erst zuletzt kommen, wobei auch das nicht ganz stimmt. Ich musste natürlich meine Schalttafeln wieder an Ort und Stelle bringen. Das hat gut geklappt – die alte schwarze Kunstlederklappe gehört somit der Vergangenheit an.

Auch sonst war ich nicht untätig, ich wollte endlich den Rumpf von unten fertig haben – das Projekt Ruder war noch offen. Das wollte und musste endlich angepackt werden, der 14.04. rückte bedrohlich näher…

Anpassen der Gewebematten…
…und Vorbereitung der Reparaturstelle – der Riss ist jetzt gut zu sehen.

Ich habe mehrere Lagen Laminat aufgebracht und dabei von grob (Haltbarkeit) nach fein (Finish) gearbeitet. Die erste, grobe Lage musste nach dem Laminieren noch fixiert werden…

Während der Trocknungsphasen hatte ich Gelegenheit die Löcher der Probebohrungen zu verschließen.

Diese wurden zuerst ausgeschäumt und dann verspachtelt – natürlich habe ich alle Gelege- und Spachtelarbeiten mit Epoxi-Spachtel gemacht, so dass hier keine Probleme zu befürchten sind.

Diese Arbeit zog sich über drei Tage – das klingt viel und doch haben wir diese Zeit genossen. Ein Ende der ersten Phase war absehbar und wir waren gut im Plan. Zeit Lieblingsplätze zu besuchen…

Dinner bei Dimitris o´Karaflas
Kaffee im Tzoumas / Panteli

Auch anderorts gingen die NESSAJA Projekte voran. Wir hatten schließlich grob den 17./18.04. als Montagetermin für unser neues Hardtop und den Mast für den Windgenerator vereinbart.

Dazu muss man wissen, dass Fremdarbeiter nicht in die Marina dürfen. Will man also Fremdarbeit in Anspruch nehmen, dann muss man entweder die Teile oder, wenn nicht machbar, das Schiff rausbringen – an den Stadtkai von Lakki. Das war also unser Plan wenige Tage nachdem NESSAJA im Wasser sein würde. Ein bisschen Zeit zum Checken und auch zum Verschnaufen wollte ich mir einräumen – zwei Tage nur…

Mein Hardtop – vom Plan…
…zur Umsetzung
Alle Teile individuell auf Maß

Ringring – wieder klingelt mein Telefon. Katerina, die Organisatorin der kleinen Werkstatt welche mein Dach fertigt, war am Apparat – ob ich nicht zwei Tage früher am Kai sein könnte, man hätte noch eine andere Arbeit und würde sich freuen mein Dachprojekt abzuschließen – ok…

Ich sage zu! Widerwillig um ehrlich zu sein, denn nun habe ich keine Pause mehr, sehr wenig Zeit um mein Schiff auf Dichtheit zu checken und muss zudem noch Druck auf die Marina ausüben, denn von den hiesigen Werkern ist noch weit und breit nichts zu sehen.

Ich dagegen war fertig mit meinem Ruder, habe das Blatt in Position liften können (Danke Robi!) und die Steuerzüge anbringen können – wir waren klar, NESSAJA kann durch die Marinaarbeiter fertig gemacht und gekrant werden. Wir schreiben den 12.04.2022, ich war erleichtert…

Zu meiner Stimmung passte auch die Morgen- bzw. Abendstimmung an diesem Tag, die Chris mit seiner Drohne eingefangen hat – thanks for sharing the pics!

Marina bei Sonnenaufgang
Sonnenuntergang über der Lakkibucht

Täglich kamen neue Leute an – ich könnte mich nicht erinnern, dass ich die Marina früh in der Saison schon einmal so voll gesehen habe. Natürlich waren auch Freunde und Bekannte dabei – alle hatten an Ihren Schiffen zu arbeiten. So musste auch Erwin´s QUO VADIS gekrant werden um verschiedene Arbeiten zu verrichten.

Flashback, auch wir hatten eine QUO VADIS

So, der 13.04. – kein Freitag! Heute kommen sicher die Handwerker, morgen ist Krantermin, ok auch morgen früh könnte man noch arbeiten…

Kein Handwerker…

Eine Nachfrage im Office erzeugte Schulterzucken, ich hakte nach, „…müssen nicht die verschiedenen Anstriche zwischendrin trocknen?“ – „Ja, das müssen sie…“ – „Das gilt auch für den Primer!“ – „Welchen Primer???“ – „Na, den Erstanstrich, weil ich diesmal so viele geschliffene und gespachtelte Stellen habe…“ – „Vergessen, ok, Information angekommen, Primer wird erledigt“ – „Wann?“ – „Wann ist der Krantermin gleich wieder???“ – „MORGEN, das wisst ihr doch!“- „Ahh, ok, dann bald“…

Ok, dann eben morgen, am 13.04. passiert nix – ich verstehe es nicht!

Ich schlendere am 14.04. frühmorgens zu meinem Schiff, davon ausgehend, dass noch nichts Erwähneswertes passiert sein wird – um diese Zeit arbeitet noch keiner! Aahhhhhhhhhhhh – mir läuft es kalt den Rücken runter! Das halbe Schiff ist bereits fertig gestrichen, leider hat man den Primer abermals „vergessen“, ich könnt´ e-x-p-l-o-d-i-e-r-e-n!!!

Ich versuche zu retten was zu retten ist – aber da war nichts mehr zu retten! Jetzt muss eben eine Antifoulingphase ohne Primer gehen. Ich streiche die betroffenen Stellen und den Wasserpass selbst noch einmal mit einer dritten Lage nach…

Wie auch immer – im neuen Kleid eine gute Figur (ohne „Unterwäsche – bildlich gesprochen)

Am 14.04. waren wir kurzzeitig in aller Munde, ich bin sonst sehr ruhig und gefasst – ich denke, man hat mir meinen Unmut angemerkt und war bemüht sich vollumfänglich mit NESSAJA zu befassen. Ein zweites Polierteam wurde aus dem Boden gestampft welches unverzüglich mit der Arbeit begann – ach ja, die Mastarbeit – leider war die Farbe am neuen Halter für das Radar noch nicht trocken. WAAAAAS, ich drehe fast am Rad, der Ausbau war vor 10 Tagen! Und jetzt – mein Krantermin??? Avrio – was übersetzt soviel wie morgen bedeutet, in der Praxis laut Google aber mehr als „nicht heute“ auszulegen ist. Ich bin dem Wahnsinn nahe…

Ich habe doch einen Folgetermin der natürlich, weil Fremdarbeit, in meiner Marina als Grund nicht anführbar ist, nicht als Argument sticht. Sibylle und ich fahren zu unserem Dach um bei Giorgos dem Baumeister unsere Unzulänglichkeit zu entschuldigen – das Dach wartet sicher schon, wir hatten ja einer Vorverlegung des Termins zugestimmt!

Sieht gut aus – aber da fehlt doch was???
GFK Dach? Haken für Sonnenschutz? Solar? Termin heute???

Ich mache es kurz, leider hatte es ein Problem mit dem GFK Dach gegeben, es musste noch einmal gebaut werden. Heute würde es nichts mehr werden (und die anderen Kleinigkeiten pressieren dann ja auch nicht…). Ok, WIR müssen uns also nicht entschuldigen, dass wir den vom Workshop vorgezogenen Termin vergeigt haben – wann werden wir das Dach montieren? AVRIO…

Ich muss mich trösten – das weiß auch Evelyn von der ARIES und sie weiß auch wie!

Selbstgemacht – ein Traum!

Meine Nerven! Heute bitte nur noch Aufgaben ohne Anspruch – ich schreibe eine Angebotsliste für unsere gebrauchten Teile und kann einen ersten Erfolg mit der Abgabe unseres alten Gasofens gegen einen 6-Pack Mythos verzeichen.

+2 – yeah, Bonus! Nicht vom Glück verlassen 😉

Der 14.04. neigt sich dem Ende entgegen, Gott sei Dank! NESSAJA ist nicht gekrant, sie steht noch an Land. Wie lange noch? Das sehen wir morgen…

Es ist der 15.04.2022 – neuer Tag, neues Glück! Etwas nervös schleiche ich recht früh am Morgen über den Sandplatz der Marina, wird sich etwas tun?

Rööööööhr – ja, es tut sich was! Der auspufflose Lancia des Werkstattteams saust an mir vorbei – darin der Elektriker. Darauf – mein Radar!!!

Im Vorbeifahren ruft man mir zu, dass ich das Kabel bringen soll, der Kranwagen sei am Weg! Ok, super! In mir keimt Zuversicht…

Auf dem Weg zu Schiff entdecke ich etwas Seltsames, sieht aus wie… Ja, sieht aus wie eine Pistole – ob ich die an mich nehmen und bezüglich meines Krantermines etwas Nachdruck ausüben soll?

Während ich mir, als gewiefter „Blacklist“ Seher, dies vor meinem geistigen Auge ausmale, mache ich drei Schritte und erkenne – ein andermal, diesmal wird das nix…

Reicht nur für Fasching

Unser Schiff ist zum Treffpunkt geworden – „To Steki di Marios“, man versammelt sich, um neugierig dem Treiben rund um unser Schiff zuzusehen oder um uns Trost zuzusprechen.

Sebastian widmet sich mir…

Der Hund des Elektrikers, der – Nomen est Omen – Electra heißt, wirft sich Sibylle zu Füßen.

Der Kran hebt den Meister der Litzen und Lötverbindungen über das normale Geschehen wo er meinen Radar anbringt und mein Windmesser-Mastkabel verlegt.

Währenddessen stellt das Polierteam #2 seine gestern begonnene Arbeit fertig – auch ich bin nicht tatenlos und streiche nochmals die primerlosen Problemstellen. Mit einem Ausdruck von Verzweiflung im Gesicht – oder ist es beginnender Wahnsinn?

15.04. – früher Nachmittag! Biepbiep Biepbiep – was der ein oder andere Leser für das bekannte Geräusch des Roadrunners halten könnte, ist das genaue Gegenteil – das warnende Piepen des Transportwagens für die Schiffe. Der kommt schleichend ums Eck und hebt NESSAJA aus ihrem Ruhelager.

Auf diesem Carello wird sie nun einmal quer durch die Marina zum Kranbecken gefahren – eine Art Catwalk für die Boote welche heute ihre Wasserung haben.

Dort angekommen, übernimmt sie der Kran, welcher sie zurück in ihr Element hebt. Es wird noch die Kielsohle angestrichen und die Auflagepunkte der Stützen – zudem kann ein Schiff im Kran gewogen werden. NESSAJA hat ab Werft ein nominales Sollgewicht von 8.500kg – im Kran wiegt sie…

STOP! Schiffe sind weiblich – und über das Gewicht einer Dame spricht man nicht! Nur soviel, ihr Body-Mass-Index gleicht dem meinen! Der Kranführer spricht mir zu „…the scale on the Travellift shows some kilos more, maybe she is 2 tons leighter“. Ok, schwacher Trost…

…dann kommt der große Moment und NESSAJAs Kiel touchiert nach dreieinhalb Monaten an Land zum ersten Mal die Wasseroberfläche – die Stunde der Wahrheit ist gekommen!

Die Stunde in der ich entweder zum Depp oder zum Held werde!

Wir waren perfekt vorbereitet und hatten uns eine Checkliste für diesen Moment geschrieben. Wasserfilter Hauptmotor füllen – starten – Kühlwasserdurchfluss prüfen – Gummimanschette Saildrive auf Dichtheit prüfen! Alle Seeventile prüfen, zuerst geschlossen, dann offen, wir haben uns die Arbeit geteilt – Sibylle Bad vorne und Küche, ich Motorraum, Generator und Bad hinten.

ALLES DICHT – YEAH – I can be Hero, just for one day!

Ich werde ans Steuer gebeten, wo ich zum letzten Mal im Januar stand…

…und zirkelte NESSAJA auf ihren angestammten Platz D1 – wir waren zurück, unser Zuhause schwimmt wieder und tut es bis heute. Die Arbeiten dürfen als erfolgreich abgeschlossen bewertet werden.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Da war es doch mehr als ein Zufall, fast schon Schicksal, dass Dimitris, der „To Steki“ Wirt, mir am Vormittag per WhatsApp einen Fisch angeboten hatte.

Noch besser passte, dass Evelyn Ihren Geburtstag mit uns feiern wollte – so setzten sich die Einzelbausteine zu einer ganzen Geschichte zusammen und wir fanden uns am Abend als Gäste der ARIES Crew im „To Steki“ wieder.

Ouzo als Aperitivo – so soll es sein…

Der Fisch selbst wurde in der Salzkruste zubereitet, das war das Lieblingsgericht von Sibylle und mir im „More“ in Funtana – wir hatten einen Flashback.

Die steinharte Kruste wird zunächst flambiert um dem Fisch ein Aroma zu geben und natürlich auch um des Spektakels Willen.

Dann wird der Salzmantel mit dem Hammer zerschlagen und der Fisch portionsgerecht filetiert und serviert. Ein Gaumenschmaus.

Der Chef am Objekt

Ich hatte es bei der Tischreservierung nicht versäumt beiläufig zu erwähnen, dass wir einen Geburtstag feiern – so war es kein Zufall, dass für Evelyn ein kleiner Kuchen bereitstand. Geschmeckt hat er uns allen…

Am Heimweg hat der für Evelyn bestellte Vollmond die Szenerie über Agia Marina gehörig ausgeleuchtet und dem Tag einen gebührenden Ausklag verliehen.

Im Zusammenhang mit NESSAJAs Refit stand ein weiterer Meilenstein an – es war Waschtag, die neu installierte Maschine sollte in Dienst gestellt werden.

Strom an, bäm…

Kurz die Anleitung gelesen, das richtige und sparsame Programm gewählt, schon geht die Post ab! Etwa 30ct. Strom, 63 Liter Wasser und 45 Minuten später war die Wäsche wohlriechend und sauber – wir verwenden umweltverträgliches Waschmittel, das optimieren wir noch und halten nach noch besseren Optionen Ausschau. Gegenüber den geforderten 8.-€ in der Marina ein riesiger Erfolg!

Apropos waschen – das mussten wir im April leider mehr als genug! Ich hatte ja den Südwind mit den Sahara-Sandpartikeln schon erwähnt. Wie heftig dieser an manchen Tagen war, zeigen die Bilder von unserem Auto…

Der Italiener im verschmutzten Kleid

…von unserem – frisch polierten – Boot…

Heul, Süder – Sand wohin man schaut

…und natürlich von der stolzen ELOWYN, unserem Zuhause auf Zeit!

Es war zum Verzweifeln – Trost war nötig! Da traf es sich gut, dass deutsches Osterfest war und unsere Freundin Evelyn als begnadete Köchin und Zuckerbäckerin zum gemeinsamen Osterkaffee rief.

Dieser gestaltete sich kalorienintensiv!

Illustere Runde mit den Crews der ARIES, der NUIT und der NESSAJA
Selfmade – isch liebe Erdbeeren 😉

Es wurde am dekorierten Tisch Platz genommen, geschnackt und gelacht – wir haben den deutschen Ostersonntag mehr als genossen.

Irgendwie war es klar, dass der Nachmittag nicht einfach nach Kaffee und Kuchen enden würde – so gab es im Anschluss auch tatsächlich noch Fladenbrot und selbstgemachte Dips, ein Gedicht!

Das Wetter war zu dieser Zeit schon frühsommerlich, an manchen Tagen aber doch stürmisch. So auch an diesem Osterwochenende. Während die Schiffe in der Marina sehr geschützt und ruhig lagen, war an der Kaimauer von Lakki, wo die ARIES zu dieser Zeit lag, der Teufel los – Waschküche…

An NESSAJA ging es zur Zeit etwas langsamer voran. Ich wollte keines der Mammutprojekte beginnen, weil ich ja immer noch auf meinen Einsatzbefehl wartete um ebenfalls an die Kaimauer zu kommen – das Dach musste montiert werden. Mein TEPAI, die Gebühr für Freizeitboote, immerhin 108.-€ per Monat hatte ich bezahlt, meine Papiere bei der Polizei geholt – aus diesem Grund wollte ich, dass die Dachmontage und die Montage des Windgenerators diesen Monat abgeschlossen sein sollte.

Na, mal sehen…

In der Zwischenzeit habe ich die bestellten Fäkalientanks erhalten. DIE??? Ja, zwei Stück! Ein Schwesterschiff von NESSAJA, von denen es ja nicht zuviele gibt, ist in Griechenland unterwegs und kommt nach Leros – auch Alistair möchte einen Schwarzwassertank in MONEYPENNY einbauen – nach meiner Vorlage!

Ich hatte gemessen wie verrückt, im Internet recherchiert, eine Schablone gefertigt und schließlich bestellt – es war wichtig zu prüfen ob meine Messungen auch exakt genug waren und der Tank in die Lücke passen würde.

Und das tat er – wie die Faust auf´s Auge. Alistair kann kommen, ich freue mich auf das Treffen.

Während ich solche Dinge plane und abchecke geht Sibylle manchmal wandern oder joggen – alleine oder mit Freunden. Ich bringe sie oft mit dem Bike zu den Treffpunkten oder hole sie dort ab – die Insel zeigt sich zu dieser Zeit von Ihrer besten Seite.

Abends gehen wir dann gemeinsam Essen, meist mit Freunden und besuchen Tavernen die wir mögen, die Gemütlichkeit ausstrahlen.

Auch diesen Monat gibt es eine kleine Monk Anekdote – wer Adrian Monk und seine Marotten nicht kennt, möge googeln – Kristina mag es recht gerne, mich bezüglich meiner Liebe zu Geradem, Rechtwinkligem und Parallelem aufzuziehen – vorsichtig formuliert, für uns Beide 😉

Was finde ich in Tina´s Küchenschrank auf der ELOWYN???

Eine gefaltete Mülltüte – wie geil, DAS hatte ich noch nie gesehen! Ich werde diese Idee SOFORT in mein Repertoire aufnehmen.

Bei einem Telefonat mit Kristina haben wir darüber gefachsimpelt und einen gravierenden Nachteil dieser Methodik entlarvt, man weiß nicht um die Größe der gefalteten Tüte.

Dem widerrum kann abgeholfen werden!

Genug des Klamauks – was ist nun auf der Baustelle, geht nix mehr voran? Weit gefehlt!

Bei einem anderen Projekt kann Vollzug vermeldet werden – dem Gasprojekt! Der neue ENO Gasherd war ja schon an seinem Einbauort, es musste aber noch die gesamte Peripherie erneuert werden. Das bedeutet Gasregler, Gasschläuche, Schottdurchbrüche und Absperrventil – hier habe ich nur Teile des Marktführers GOK verwendet. Und siehe da…

Es ist eine Erwähnung wert, dass wir auch einen Gasfernschalter von Truma haben. Eine Neumontage in Schiffen ist für dieses Wohnmobilteil nach deutschen Vorgaben nicht gestattet – vor einigen Jahren noch waren die Teile freigegeben und wurden zuhauf in Schiffen verbaut – diese Anlagen haben Bestandschutz.

Deshalb seht ihr hier unseren alten Gasfernschalter – glänzt wie neu 😉 !

Seit dem deutschen Osterfest ist eine Woche vergangen, das bedeutet es ist das Wochenende des orthodoxen Osterfestes. Und das ist eine Party! Eine Feierlichkeit welche seriös religiös zelebriert wird – mit Prozessionen und Messen allerorts – dann aber auch gemeinsam gefeiert wird bis es kein Morgen mehr gibt. Mit Feuerwerk und Knallkörpern und Festen überall.

Feuerwerk in Lakki
Pyrotechnik überall

Wir, die Crews der ARIES und der NESSAJA haben uns mehr als glücklich geschätzt, wir waren stolz, am Familienfest von Giorgos und Katerina teilhaben zu dürfen. Wir Vier wurden von deren Familie zum Osterfest geladen und wurden dort mehr als integriert.

Die Tafel ist gerichtet
Fasten brechen
ohne Kompromisse!

Es wurde bei griechischer Musik getanzt, gegessen und mit Händen und Füßen palavert – natürlich floss Bier, Ouzo und Tziperou in Mengen. Es war gut, dass wir mit dem Taxi gekommen waren.

Der Biereimer
Manolis beim Zeibekiko

Freundschaft! Ein Wort das man vorsichtig verwenden sollte, sie kommt oft in Verkleidung. Aber ich bin sicher – hier konnten wir Freundschaft schließen! Mit Familienanbindung…

Sibylle mit Anna-Maria
Endverwendung von Signalmunition – auch das ist Ostern in Griechenland

Das Osterfest 2022 werden wir in Erinnerung behalten – DANKE Katerina und Giorgos, wir schätzen Euch als Freunde!

Der Tag danach musste langsam beginnen – ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal einen Kopf vom Trinken hatte. Am besten ein Kleinprojekt an NESSAJA…

Kabelsalat

Ich habe die neu gezogenen Kabel im Mast sortiert, durchgemessen und markiert. Dann habe ich den Kabelsalat aufgeräumt und den Dachhimmel wieder geschlossen. Immerhin etwas.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass nach diesen paar Stunden Arbeit das Kabelwirrwarr am Mast zwar bereinigt war, mein Arbeitsplatz aber eher unsortiert wirkte – ich bringe heute einfach keine Werkstattordnung hin…

Wie könnte man dem besser begegnen als mit einer Pause, einem Nickerchen und einer Erfrischung? Ab nach Panteli!

Die Liege lädt zum Sonnenbad
Das Meer dagegen zum Bade – erfrischend!

Bei dieser Gelegenheit haben wir das Hotel Castelo besucht, ein wunderschöner Ort den wir für einen Inbegriff des Griechenlandurlaubes halten. Warum wir das erwähnen? Weil uns im Juni unter anderem Christine und Nader besuchen, mit denen wir einen wunderschönen Urlaub auf Leros verbringen wollen, sie haben das Castelo als Herberge gewählt. Wir freuen uns auf Besuch aus der Heimat! Ihr Beiden, die Bilder sind für Euch…

Castelo – optimale Lage
Optimaler Ausblick

Wir gönnen uns einen Cappuccino auf der Terrasse des Hotels – diesen drappiere ich für das Foto in idealer Art und Weise – Genuss braucht eine Bühne…

…um ihm nur Sekunden später mit dem Handrücken zu pitschen und ihm so all seine fotogene Eleganz zu rauben.

Am Heimweg noch einen Schlenker in die Lieblingseisdiele – Repapis in Lakki. Hier dem Enkel zuliebe das Paw-Patrol Eis ausprobiert, einen Paw-Patrol Button bekommen und mich mit dieser Delikatesse verewigen lassen – so wird man Held, zumindest bei einem knapp Fünfjährigen 😉 !

Immer noch vertreibe ich mir die Zeit mit Kleinreparaturen – ich warte immer noch auf den Anruf der mich wegen der Dachmontage nach Lakki an den Stadtkai beordert. Es ist ein Kreuz – Avrio…

Ich repariere eine Kleinigkeit an der ELOWYN, die Freunde sollen ihr Schiff Mitte Mai in bestem Zustand übergeben bekommen. Es muss ein Magnetventil an der elektrischen Toilette erneuert werden.

Beim Vergleich Altteil vs. Neuteil sieht man schon – Messing weicht Plastik. Soll ich das gut heißen? Egal, einfach umbauen ohne nachzudenken!

Dann den ganzen Schamotz in die enge Toilettenbilge eingebaut und an unzugänglicher Stelle verschrauben und elektrisch verkabeln. Warum soll es auf diesem Schiff anders sein – nach zwei Stunden war der Spuk vorbei und alle Toiletten erfüllten wieder ihre Kernaufgabe.

Ich übermittelte Freund Volker die frohe Kund fernmündlich und er verlieh seiner Freude Ausdruck indem er die Frage in den Raum stellte warum er nicht immer so einen Super-Mario haben kann. Nun, auch da kann ich helfen…

Super Mario Bros (TM) – Quelle Internet

Wer weiß, vielleicht werde ich doch noch Boat-Boy oder Skipper auf der ELOWYN 😉

Eine Trennung stand an – und wer mich kennt weiß, ich lasse nicht gerne los! Nicht was ihr denkt, Sibylle möchte bleiben, aber die Temperaturen hatten sich inzwischen so gefestigt, dass ich für meine Arbeitskleidung befand – die langen Hosenbeine dürfen weg (machen Schere und Schneider) und der gediente Pullover darf in den Ruhestand (macht die Müllabfuhr).

Gekauft mit Joachim in den USA – jetzt vom Winterjob gezeichnet – lebwohl…

Den Trennungsschmerz noch in den Gliedern stand schon wieder eine Einladung an, wir und die Crew der SIMPLY FREE, geladen auf Steffen und Marcels COMEDIA zum vorabendlichen Snack der sich dann zu einem Dinner ausweitete – ein sehr netter Abend in netter Gesellschaft.

Am Heimweg merkte ich, dass meine linke Fußsohle irgendwie schmerzte – ein Kontrollblick am nächsten Morgen bestätigte einen schrecklichen Verdacht…

Love it or hate it – für mich treue Wegbegleiter

…eine zweite, schwer zu verschmerzende Trennung stand an. Die Müllabfuhr der Marina hatte Hochkonjunktur!

Ringring – Ihr anhnt es – ENDLICH! Erlösung, Erleichterung – das Dach war fertig!

Inzwischen schreiben wir den 29.04. – es wurde Zeit weil eben genau diese drängt – unser TEPAI läuft übermorgen ab, diese Verspätung droht uns weitere 108.-€ für nix zu kosten. Ok, zwei Tage, kann man schaffen!

Wir schmeißen also den Jockel an und tuckern an den Stadtkai von Lakki.

Der Liegeplatz zwischen den Katamaranen ist kein Zufall. Normaler Weise wollten wir, um das monströse Dach auf´s Schiff wuchten zu können, für ein paar Stunden längsseits gehen. Das ist verpönt, aber der Zweck heiligt die Mittel. Es war jedoch nichts mehr frei.

Also sind die Kats, wir kennen beide, für uns jeweils einen Meter gerutscht und haben eine Lücke gebildet – warum?

Nun, seht selbst…

Anlieferung per LKW
Die ARIES als Brücke

Um das Trum an unserem Achterstag vorbei zu bekommen musste man seitwärts ausweichen – wir haben also kurzerhand Roland´s ARIES als Brücke für unsere Ladung genutzt – das ging sehr flott…

Kurz nachdem NESSAJAs neue Haube an Ort und Stelle stand, hat Giorgos sein Team gebrieft und jeder hat seinen Part der Arbeit zugeteilt bekommen.

Und dann ging es los!

Montage und Befestigung der Stützen
Montage der Solarzellen

Der ganze Bohei wurde immer wieder von neugierigen Blicken begleitet – ein Leihwagen mit einem Seglerpärchen fuhr dreimal sehr langsam vorbei, zwischenzeitlich kamen Freunde um einen Blick zu erhaschen – aber auch wir staunten nicht schlecht angesichts der Abläufe.

Manolis lässt sich kurz blicken – auch ich war an Bord unnötig…

Es ging tatsächlich verhältnismäßig schnell bis alle Solarmodule an ihrem Platz lagen und ein erster Gesamteindruck erkennbar war.

Was ich hier mit wenigen Worten beschreibe ist neben der Waschmaschine das vielleicht aufwändigste Projekt des Refits – es war eine Menge Vorarbeit bis hierhin und Sibylle und ich sind wahrscheinlich zwanzig Mal zu der kleinen Werkstatt am anderen Ende der Insel gefahren.

Auch dieser Tag dauerte recht lange – abends waren alle erschöpft, auch ich, obwohl mein Part am heutigen Tag eher etwas mit beobachten denn mit arbeiten zu tun hatte. Wir waren zufrieden…

Inzwischen war es dunkel

Die Jungs hatten von 16.30 Uhr bis fast 21.00 Uhr gearbeitet – sie wollten nichts anderes annehmen als einen Kaffee und später ein Bier. Irgendwann hatte ich aber gehört, dass die ganze Gruppe noch ins „SouvLakki“ wollte um dort zu Abend zu essen.

Das hatten wir auch geplant, diese Chance ließ ich mir nicht entgehen – das Dinner ging auf uns!

Das Dach war drauf, ein neuer Tag begann – es war der 30.04. ein Samstag, der letzte Tag des Monats.

Man muss wissen, dass in Griechenland Feiertage, sofern sie auf einen Sonntag fallen, am folgenden Montag nachgeholt werden – eine coole Regelung 😉

So war ich überzeugt, dass Giorgos an diesem Samstag kommen würde um mir meinen Windgenerator zu installieren und am Dach noch drei Bügel anzubringen welche die Großschot von den Solarmodulen fernhalten. Das klingt nicht abstrakt, denn der heutige Samstag ist der für ihn längere Arbeitstag, so haben wir uns für 13.00 Uhr verabredet.

Sibylle und ich haben vorher in der Marina noch eine Runde gedreht, sind an unserem Liegeplatz D1 vorbei wo wir unseren Wasserschlauch und unsere Winterfestmacher mit den Ketten haben liegen lassen.

Ooops, da fehlt doch die zweite Bugleine, die mit dem Leinenschoner! Meine Halsschlagader quoll bedrohlich hervor und ich begab mich auf die Suche.

Dieser Aufreger ließ Electra hingegen völlig kalt – willig warf sie sich vor meine Füße…

Schlechter Zeitpunkt – aber wer kann da nein sagen???

…ok, aber nur kurz, ich muss meine Leine suchen! Ich mach es kurz, die Leine blieb verschwunden. Das sind Dinge die ich nicht verstehe – ein Festmacher der an einem Poller angebunden ist, ordentlich aufgeschossen mit Leinenschutz – an einem offensichtlich benutzen Platz, wer nimmt so etwas weg??? Was sind das für kranke Geister?

Na egal, es war eine eher alte Leine, es ist kein finanzieller Verlust, eher ein genereller Ärger und den galt es heute zu unterdrücken.

Um 13.00 Uhr also, nein es war eher 15.00 Uhr, trafen wir uns mit Giorgos am Schiff, er kam alleine, ohne Werkzeug und Material und verkroch sich im letzten Eck von NESSAJA…

Es wurde diskutiert, geplant und gemessen – relativ schnell stand fest – hier soll der Windgenerator hin.

Unten im Schiff wurde die Zugänglichkeit geprüft um die Base für den aerodynamischen Stromerzeuger installieren zu können…

An Deck dagegen wurde über Ansätze diskutiert wie mein klappriger Motorkran in die neue Konstruktion integriert werden könnte, und der Halter für die Flagge…

Ich will nur noch ein Konstrukt am Eck!

Muss weg, dient aber als Teileträger – der alte Motorkran

Es nahte ein Moment der Ernüchterung, als Giorgos seine Sachen packte, meinen Motorkran ins Auto lud und sich mit „have a nice weekend“ verabschiedete. Ich rief ihm hinterher wann er denn zur Montage käme – mit einem letzten Funken Hoffnung darauf, dass mein Schiff am 30.04. abends fertig sein könnte…

Die Antwort – Ihr ahnt es – AVRIO!

Avrio bedeutete, das war mir klar, in diesem Zusammenhang nicht morgen (Sonntag) und auch nicht übermorgen (Montag – nachgeholter Feiertag) sondern bestenfalls Dienstag. NESSAJA würde also noch ein paar Tage hier bleiben.

Ich fuhr mit Sibylle nach Agia Marina um dort einen Cappuccino zu genießen und etwas in der Sonne zu sitzen.

Während wir dort saßen erreichte mich schon ein Bild aus Giorgos Werkstatt – mein Pole für den Silentwind ist in Arbeit, nun denn…

Ich bin nach dem Heißgetränk auf die ELOWYN habe mich an den Computer gesetzt und das TEPAI für Mai bezahlt. Das wollte ich vermeiden, ich war etwas enttäuscht, obwohl ich doch allen Grund zur Freude gehabt hätte – aber inzwischen lag ich mit meinen Großprojekten unverschuldet fast 10 Tage hinter Plan, das war frustrierend.

Na egal, es wird sich irgendwie richten und auch den finanziellen Fehlbetrag werde ich verschmerzen können – zumal meine Verkäufe gut laufen. Mein altes Bimini wurde von einem Italiener gekauft der es auf eine Grand Soleil installiert – das hat mich gefreut.

Noch besser – ich habe meine Bedieneinheit für den alten Autopiloten verkauft, sie tut inzwischen schon Dienst…

…auf einer Dufour 43! Einer 43Classic mit Achtercockpit, der POLARIS von René. Ich habe ihn über die sozialen Medien kennen gelernt und wir haben bezüglich unserer Schiffe Kontakt. Umso mehr freut es mich, dass ich hier mit einem Versand nach Italien helfen konnte.

René hat inzwischen angedeutet fast meine gesamte ST50+ Anlage übernehmen zu wollen, so wäre sicher gestellt, dass er für Jahre Ersatzteile hat. Ich dagegen hätte ein paar Taler mehr im Börserl und ein paar Teile weniger im treuen Scudo. Ein paar Formalitäten seien noch zu klären, doch ich bin positiver Stimmung.

Während dies alles passiert ist, hat Roland von der ARIES sich selbst ein Dach für die Flybridge seines Kats gebaut.

Top Arbeit wie ich finde – höchste Anerkennung. Auch hier muss Giorgos nochmals ran, die Stützen müssen verstärkt werden.

Aber das alles ist schon Thema für den nächsten Monatsbericht, wir befinden uns schon (fast) im Mai. Ich hoffe, dass heute am 03.05.2022 mein Dach fertig gestellt wird und mein Pole für den Windgenerator steht – wenn dann noch Valantis die Schablonen für unsere Polster nimmt, dann kann NESSAJA an ihren Platz D1 in die Leros Marina zurück – und ich die Projektarbeit wieder aufnehmen.

Ob das klappt erfahrt Ihr im Monatsbericht des Wonnemonats, seid gespannt – wir ziehen zurück auf NESSAJA, übergeben die ELOWYN in die Hände der Besitzer und reisen zum Monatsende nach Deutschland um den treuen Italiener für ein paar Monate ins Asyl zu schicken.

Wir freuen uns, genießt die Zeit und auf bald…

Die NESSAJA Crew, Mario & Sibylle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s